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Schweizer Alpen-Club
(SAC)
Schweizer Alpen-Club logo
Zweck: Bergsportverband
Vorsitz: Françoise Jaquet
Gründungsdatum: 1863
Mitgliederzahl: 145'000 Mitglieder (2014)
Sitz: Bern
Website: sac-cas.ch

Der Schweizer Alpen-Club (SAC; französisch Club Alpin Suisse und italienisch Club Alpino Svizzero, CAS) ist die Dachorganisation für Bergsteiger in der Schweiz. Der Verein wurde 1863 auf Initiative von Rudolf Theodor Simler im Bahnhofbuffet Olten gegründet. Seine 111 Sektionen betreiben 152 Berghütten in den Schweizer Alpen.

Tätigkeiten Bearbeiten

Mit rund 145'000 Mitgliedern (2014)[1] ist der Schweizer Alpen-Club SAC einer der grössten Sportverbände und der bedeutendste Alpine Verein der Schweiz. Seine Tätigkeiten sind sehr vielfältig und gliedern sich in folgende Aktivitäten:

Geschichte Bearbeiten

Auf Initiative des Zürcher Rudolf Theodor Simler trafen sich am 19. April 1863 35 Herren aus Aarau, Basel, Bern, Buochs, Glarus, Luzern, Olten, St. Gallen und Zürich im Bahnhofsbuffet Olten und gründeten den Schweizer Alpen-Club SAC. Simler war Dozent für Chemie und Geologie an der Universität Bern. Er warnte davor, die damals boomende Eroberung der Alpen den Ausländern alleine zu überlassen. Bereits 1857 war der Alpine Club in London und 1862 der Österreichische AlpenvereinW gegründet worden. Ende 1863 zählte der SAC bereits 7 Sektionen mit total 358 Mitgliedern. Noch im Gründungsjahr wurde mit der Grünhornhütte in den Glarner Alpen die erste SAC-Hütte gebaut.

Hauptziel war damals die Förderung des Alpinismus und die Erforschung des Alpenraums. Der Klub verstand sich im 19. Jahrhundert als Verein der bürgerlichen Eliten.

1900 zählte der SAC 43 Sektionen mit 6’000 Mitgliedern. Durch die verbesserte Verkehrserschliessung der Alpen, der wachsenden Anzahl SAC-Hütten und durch das Aufkommen des Winteralpinismus wuchs der SAC in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem Massenverein an. Die Mitgliederzahl stieg bis 1963 auf 44'500 an.

1977 wurde die Geschäftsstelle in Bern eröffnet. Sie ist das Dienstleistungszentrum des SAC und Drehscheibe für Mitglieder, Sektionen und Funktionäre. Ausserdem ist sie die Informationsstelle und für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.[2]

Der SAC ist Mitglied der Internationalen Alpenschutzkommission CIPRAW.

Der SAC und die Frauen Bearbeiten

Dem rasch wachsenden SAC stellte sich bereit 1880 die Frage, ob Frauen dem Verein betreten dürften oder nicht. Die Argumente der konservativen Gegner überwogen und es wurde schliesslich den Sektionen überlassen, ob sie Frauen wenigstens als Passiv- oder Ehrenmitglieder aufnehmen wollten. 1907 wurden die Frauen ganz aus dem SAC ausgeschlossen. Daraufhin gründeten mehrere Alpinistinnen 1918 einen eigenen Verein, den Schweizerischen Frauen-Alpenclub. Erst 1980, neun Jahre nach Einführung des Frauenstimmrechts in der Schweiz auf nationaler Ebene, fusionierte der SAC mit dem Schweizerischen Frauen-Alpenclub. Von da an waren die Frauen im SAC willkommen und die Mitgliederzahl stieg sprunghaft an auf 69'201. [3]

Organisation Bearbeiten

Sektionen Bearbeiten

Der SAC hat 111 Sektionen, pro Kanton bestehen eine oder mehrere Sektionen. Die Sektionen bilden das Fundament des Schweizer Alpen-Clubs. Diese sind als Vereine organisiert und bestimmen ihr Vereinsleben weitestgehend autonom. Die Sektionen bauen und betreiben die Hütten, organisieren Touren und Kurse für ihre Mitglieder und stellen Delegierte für die Abgeordnetenversammlung, welche dem Zentralvorstand und der Geschäftsstelle vorsteht. Es steht den Mitgliedern frei, welcher Sektion in der Schweiz sie angehören wollen – sie sind also nicht an Einheiten der Verwaltungsgliederung in der Schweiz wie Kantone, Bezirke oder Gemeinden gebunden. Die mitgliederstärkste Sektion ist die Sektion Uto in Zürich[4] Durch die Mitgliedschaft bei einer Sektion ist man automatisch auch Mitglied des Zentralverbands. Eine Direktmitgliedschaft beim Zentralverband ist nicht möglich.[5]

Zentralverband Bearbeiten

Der Zentralvorstand ist das eigentliche Führungsgremium des Schweizerischen Alpen-Clubs. Zehn Fachkommissionen unterstützen den Zentralvorstand bei seiner Arbeit. Die Tätigkeiten im Zentralvorstandes sowie in den Fachkommissionen werden ehrenamtlich geleistet.

SAC-Hütten Bearbeiten

Der Schweizer Alpen-Club SAC beziehungsweise die Sektionen betreiben derzeit in den Schweizer Alpen 152 Hütten mit rund 9200 Schlafplätzen. Die Hütten bieten einfache und gemütliche Unterkünfte für Alpinisten, Kletterer, Wanderer, Naturgeniesser und immer häufiger auch für Familien mit Kindern. Die erste SAC-Hütte, die Grünhornhütte, wurde 1863 gebaut. Im Laufe der Zeit kamen zahlreiche weitere Hütten hinzu. Anfänglich dienten sie der geografischen und naturkundlichen Erforschung des Gebirges sowie dem Alpinismus, später auch dem aufkommenden Bergwanderern und Skifahrern. Immer wieder werden bestehende Hütten renoviert, ausgebaut oder durch Neubauten ersetzt, so auch die zukunftsweisende, von der ETH Zürich geplante, finanzierte und im März 2010 eröffnete neue Monte-Rosa-Hütte. [6]


Viele SAC-Sektionen besitzen nebst den Alpenhütten noch sogenannte Sektionshütten. Diese, häufig bewirteten und auch für Nichtmitglieder offenen Hütten, stehen auf den Hügeln des Mittellandes, den Jurahöhen oder in den VoralpenW. Ein Verzeichnis über diese Hütten besteht nicht.

Tätigkeiten Bearbeiten

Jugendförderung Bearbeiten

Eine Mitgliedschaft im SAC ist ab dem 6 Lebensjahr möglich. Für Kinder bis 14 Jahren bieten die Sektionen ein spezielles Tourenprogramm unter dem Titel Kinderbergsteigen (kurz KiBe) an. Einzelne Sektionen haben zusätzlich eine Gruppierung Familienbergsteigen (kurz FaBe). Im Gegensatz zum KiBe werden die Kinder im FaBe von den Eltern begleitet. Die jugendlichen Mitglieder des SAC im Alter von 14 bis 22 Jahren werden durch die SAC-Jugendorganisationen (kurz JO) betreut. Es werden Lager und Wochenendtouren in der Schweiz und auch im angrenzenden Ausland durchgeführt.

Alpine Rettung Schweiz Bearbeiten

Der SAC hat 2006 zusammen mit der Schweizerischen Rettungsflugwacht die Stiftung Alpine Rettung Schweiz gegründet. Die Alpine Rettung Schweiz ist für Rettung von Personen in den Schweizer Bergen verantwortlich und betreut im Alpenraum und im Jura 98 Rettungsstationen mit 3000 Bergrettern und 80 Rettungsspezialisten Helikopter (RSH).

Publikationen Bearbeiten

Der SAC publiziert verschiedene Skitouren-, Wander- und Kletterführer. Zur Vereinfachung der Tourenplanung, aber auch zur Verbesserung der Sicherheit schuf der SAC verschiedenen Bewertungsskalen, so die SAC-Berg- und Hochtourenskala, die SAC-Wanderskala, die SAC-Skitourenskala, die SAC-Absicherungsskala und die SAC-Schneeschuhtourenskala.

Literatur Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten

Commons-logo.svg Commons: Schweizer Alpen-Club – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. SAC-Jahresbericht 2014
  2. www.sac-cas.ch: Geschichte
  3. Beobachter: SAC-Geschichte – Club der Patrioten; vom 18. März 2013
  4. Homepage der SAC-Sektion Uto, Zürich
  5. www.sac-cas.ch: Sektionen
  6. www.sac-cas.ch: Hütten
Dieser Artikel basiert bzw. Teile davon basieren auf „Schweizer_Alpen-Club“ in der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 19:24, 10. Jan. 2016‎ (Permanentlink) und steht unter der Lizenz cc-by-sa 3.0 unportedW. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.




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