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RepRisk

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Die RepRisk AG ist ein Datenanbieter in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (Environmental, Social and Corporate Governance – ESG). Der Hauptsitz des Unternehmens ist Zürich.[1][2][3].

Das Unternehmen betreibt eine Online-Datenbank über ESG-Risiken von Unternehmen, Projekten, Sektoren und Ländern. Es untersucht täglich auf Basis einer bestimmten methodischen Vorgehensweise Risiken, Behauptungen und Kritik im Zusammenhang mit Problemen wie Umweltverschmutzung, Verletzung von Menschenrechten und Korruption, welche der Reputation und Profitabilität eines Unternehmens schaden oder zu Compliance-Problemen führen können[4][5][6][7][8][9][10]. Die Datenbank wird von Finanzinstituten und Unternehmen als Instrument für die Risikoforschung und -überwachung verwendet.

Die Datenbank umfasste per November 2015 mehr als 60 000 Unternehmen und 15 000 Projekte, die Medienberichten und weiteren öffentlich zugänglichen Nachrichtenquellen zufolge ESG-Risiken aufweisen[11]. Die Datenbank analysiert auch die ESG-Risiken von Sektoren und Ländern. Sie enthält des Weiteren Daten zu aktuellen ESG-Herausforderungen und -Themen sowie Angaben zu mehr als 10 000 Nichtregierungsorganisationen (NROs) und über 8000 Regierungsstellen.

Geschichte Bearbeiten

RepRisk wurde 1998 unter dem Namen ECOFACT als Beratungsfirma mit Sitz in Zürich gegründet. Die Beratung konzentrierte sich primär auf ökologische und soziale Herausforderungen sowie Risiken von Unternehmen im Finanzsektor. 2006 rief die Firma auf Wunsch eines Bankkunden ihre ESG-Risikodatenbank ins Leben. RepRisk spaltete sich im Jahr 2010 vom Beratungsunternehmen ab und wurde selbstständig.

Methode Bearbeiten

Umfang der Researchtätigkeit und angewandter Prozess Bearbeiten

RepRisk sichtet täglich rund 80 000 Quellen von Dritten und externen Akteuren wie Print- und Online-Medien, Nachrichten-Websites, Newsletter, Regierungsstellen, Denkfabriken, Blogs und Twitter in 15 Sprachen. Durch diese Informationssichtung sollen Unternehmen und Projekte identifiziert werden, die mit ESG-Risikoereignissen in Verbindung stehen. RepRisk überwacht 28 ESG-Problembereiche (wie zum Beispiel lokale Umweltverschmutzung, Kinderarbeit oder Steuerhinterziehung) sowie 39 aktuelle «heisse» Themen (wie Palmöl, Ölbohrungen in der Arktis, Rechte eingeborener Völker, Kohle oder Wasserknappheit)[12][13][14]. Der Umfang der Researchaktivitäten wird im Einklang mit internationalen Standards und Normen – wie etwa den zehn Prinzipien des United Nations Global Compact[15] (UNGC) – festgelegt[16].

Der Analyseprozess besteht aus fünf Schritten. Nach Sichtung der Quellen werden die relevanten Punkte identifiziert und herausgefiltert. Anschliessend untersucht ein Analyst die Nachrichten, um den Schwere- und Neuigkeitsgrad des Ereignisses festzustellen und die Quelle der Information zu beurteilen. Er verknüpft die relevanten Einheiten – wie Unternehmen, Projekte, Sektoren und Länder – mit dem Risikoereignis und schreibt eine Zusammenfassung. Danach durchlaufen die Nachrichten eine Qualitätsprüfung. In einem letzten Schritt werden das Risikoereignis quantifiziert und die Daten in die webbasierte Datenbank, die «RepRisk ESG Risk Platform», eingegeben. Die Quantifizierung erfolgt mittels des RepRisk Index (RRI) (siehe nächsten Abschnitt). [11][17]

RepRisk Index (RRI) Bearbeiten

Beim RepRisk Index (RRI) handelt es sich um einen unternehmenseigenen Algorithmus, welcher die Exposition von Unternehmen gegenüber ESG-Risiken quantifiziert. Der RRI misst nicht etwa die Reputation, sondern dient als Indikator für das im Zusammenhang mit ESG-Problemen bestehende Reputationsrisiko[18]. Die RRI-Punktzahl eines Unternehmens kann zwischen null (niedrigstes Niveau) und 100 (höchstes Niveau) variieren. Je höher die Punktzahl, desto grösser ist die Risikoexposition[19][20][21].

Der «Current RRI» gibt darüber Auskunft, wie sehr ein Unternehmen, Projekt, Sektor oder Land zum aktuellen Zeitpunkt im Fokus der Medien und Anspruchsgruppen steht. Beim «Peak RRI» handelt es sich dagegen um einen allgemeinen Risikoindikator, der die höchsten Kritikwerte der vergangenen zwei Jahre anzeigt.

Externe Nutzung von Daten Bearbeiten

  • UBS war der erste Kunde von RepRisk. 2010 erweiterte UBS im Rahmen einer breiter angelegten Corporate-Responsibility-Initiative ihre globale Compliance-Datenbank um Informationen von RepRisk über ökologische und soziale Risiken. Die Daten werden zur Evaluierung von Unternehmen, möglichen Partnern im Beschaffungswesen sowie Anlagekunden verwendet. So sollen Risiken identifiziert werden, welche die Reputation und die Finanzergebnisse der Bank beeinträchtigen könnten[22][23].
  • Dow Jones Sustainability Index RobecoSAM: RobecoSAM setzt RepRisk bei ihrer Beurteilung der Nachhaltigkeit von Unternehmen für den Dow Jones Sustainability Index im Rahmen ihrer Medien- und Stakeholder-Analyse ein[24][25].
  • FTSE: RepRisk zählt zu den ESG-Datenanbietern, auf die FTSE bei der Anwendung ihrer ESG-Methode für verschiedene Benchmarks zurückgreift.
  • Der Norwegian Global Pension Fund hat RepRisk 2009 als einen seiner zentralen Dienstleister ausgewählt. RepRisk soll das Portfolio des Fonds auf schwerwiegende ökologische und soziale Risiken hin untersuchen und dabei die unternehmenseigenen Möglichkeiten zur Abdeckung eines unbegrenzten Unternehmensuniversums ausschöpfen. Auch 2013 fiel die Wahl wieder auf RepRisk.

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. RepRisk AG. In: www.sri-connect.com. Abgerufen am 15. Januar 2016.
  2. New Partnership Offers Clients of Governance & Accountability Institute Access to RepRisk Comprehensive ESG Intelligence. In: 3blmedia.com. Abgerufen am 15. Januar 2016.
  3.  Ellen Kelleher: SRI funds and rivals so alike. In: Financial Times. 2012-09-23, ISSN 0307-1766 (http://www.ft.com/intl/cms/s/ad905bc6-03cc-11e2-9322-00144feabdc0,Authorised=false.html?siteedition=uk&_i_location=http%253A%252F%252Fwww.ft.com%252Fcms%252Fs%252F0%252Fad905bc6-03cc-11e2-9322-00144feabdc0.html%253Fsiteedition%253Duk&_i_referer=&classification=conditional_standard&iab=barrier-app#axzz2CWfCC0uK, abgerufen am 15. Januar 2016).
  4. SICM’s Parker: Forget the emotional arguments about sustainable investing | Fund Strategy. In: www.fundstrategy.co.uk. Abgerufen am 15. Januar 2016.
  5. RepRisk évalue la réputation des grandes entreprises (Français) | RepRisk. In: www.reprisk.com. Abgerufen am 15. Januar 2016.
  6. ESG Analytics Unveils Private Equity Industry’s First Comprehensive Investment Decision Support Tool | Business Wire. In: www.businesswire.com. Abgerufen am 15. Januar 2016.
  7. Norwegian government fund selects RepRisk for portfolio monitoring (English) | RepRisk. In: www.reprisk.com. Abgerufen am 15. Januar 2016.
  8. RepRisk Preps ESG Country-Sector Risk Matrixes. In: http://www.waterstechnology.com. https://plus.google.com/102406839305578854039, abgerufen am 15. Januar 2016.
  9. RepRisk AG. In: www.sri-connect.com. Abgerufen am 15. Januar 2016.
  10. New Partnership Offers Clients of Governance & Accountability Institute Access to RepRisk Comprehensive ESG Intelligence. In: 3blmedia.com. Abgerufen am 15. Januar 2016.
  11. 11,0 11,1 Overview of ESG rating agencies. Abgerufen am 1. Oktober 2014.
  12. Brics: risky businesses. In: Financial Times. Abgerufen am 15. Januar 2016.
  13. UBS Taps Big Data to Shrink Reputational Risk. In: American Banker. https://plus.google.com/108030530781092815194, abgerufen am 15. Januar 2016.
  14. RepRisk AG. In: www.sri-connect.com. Abgerufen am 15. Januar 2016.
  15.  Global Compact. In: Wikipedia. (https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Global_Compact&oldid=150070026, abgerufen am 15. Januar 2016).
  16. RepRisk AG. In: www.sri-connect.com. Abgerufen am 15. Januar 2016.
  17. RepRisk Names World's Most Controversial Mining Companies. In: dev.socialfunds.com. Abgerufen am 15. Januar 2016.
  18.  Reputationsrisiko. In: Wikipedia. (https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Reputationsrisiko&oldid=126739171, abgerufen am 15. Januar 2016).
  19. Germany’s AfU, RepRisk Ally for Fund ESG Risk Reports. In: http://www.waterstechnology.com. https://plus.google.com/102406839305578854039, abgerufen am 15. Januar 2016.
  20. RepRisk Releases Annual 'Most Controversial Companies' List | Sustainable Brands. In: sustainablebrands.com. Abgerufen am 15. Januar 2016.
  21.  Ellen Kelleher: SRI funds and rivals so alike. In: Financial Times. 2012-09-23, ISSN 0307-1766 (http://www.ft.com/intl/cms/s/ad905bc6-03cc-11e2-9322-00144feabdc0,Authorised=false.html?siteedition=intl&_i_location=http%253A%252F%252Fwww.ft.com%252Fcms%252Fs%252F0%252Fad905bc6-03cc-11e2-9322-00144feabdc0.html%253Fsiteedition%253Dintl&_i_referer=&classification=conditional_standard&iab=barrier-app#axzz2CWfCC0uK, abgerufen am 15. Januar 2016).
  22. UBS Taps Big Data to Shrink Reputational Risk. In: American Banker. https://plus.google.com/108030530781092815194, abgerufen am 15. Januar 2016.
  23. UBS turns to RepRisk for ESG data » Banking Technology. In: www.bankingtech.com. Abgerufen am 15. Januar 2016.
  24. CSA Methodology Brochure US. Abgerufen am 2011.
  25. Corporate Sustainability Assessment | Sustainability Indices. In: www.sustainability-indices.com. Abgerufen am 15. Januar 2016.

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