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Quickmail AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 18. August 2009
Sitz St. Gallen, Schweiz
Leitung Milo Stössel (Verwaltungsratspräsident)
Bernard Germanier und Christof Lenhard (Geschäftsführer)
Mitarbeiter 51 Vollzeitangestellte,
2'450 Teilzeitmitarbeiter (Januar 2015)
Branche Postunternehmen
Website www.quickmail-ag.ch

Die Quickmail AG ist das erste Privatunternehmen in der Schweiz, das seit der Teilliberalisierung des Briefmarktes adressierte Sendungen zustellt. Sie ist eine Tochtergesellschaft der MS Direct Group AG in St. Gallen, wurde im August 2009 gegründet und stellt in der Schweiz adressierte Briefe, Mailings, Kataloge und Zeitschriften über 50 g für Geschäftskunden zu. Quickmail ist gemäss dem Tätigkeitsbericht der Eidgenössische Postkommission PostCom Marktführer bei den privaten Briefdienstleistern. Das Unternehem ist in der Schweiz neben der Schweizerischen Post das einzige im Briefverkehr tätige Unternehmen.[1]


Geschichte Bearbeiten

Das Unternehmen wurde am 18. August 2009 nach der Senkung des Briefmonopols im Juli 2009 auf 50 Gramm gegründet.[2] Im September 2009 wurde der Quickmail AG von Bundesrat Moritz Leuenberger auf Antrag der damaligen Postregulationsbehörde (PostReg) eine Konzession für die Beförderung von Paketen und Briefen über 50 Gramm erteilt.[3]

Die erste Zustellung fand im November 2009 in den Kantonen St. Gallen, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden und im Thurgau statt. Es folgten das St. Galler Rheintal und die Region Winterthur. Im Mai 2010 wurde die Kooperation mit der AWZ AG, ein Generalunternehmen im Direktmarketing mit Sitz in Bern, bekannt gegeben.[4] Ab Juni 2010 wurde mit der Zustellung im Raum Bern und kurz danach auch in den Kantonen Solothurn, Zug, Schwyz, Aargau und im Tessin gestartet.

Durch die Kooperation mit der APZ AG in Schaffhausen ab Dezember 2010, der Kooperation mit der Aarmail AG in Birr AG ab August 2011 und der Kooperation mit der BVA Logistique AG in Lausanne ab Januar 2012 wurden weitere Regionen in der Schweiz erschlossen.

In dem am 20. Mai 2010 veröffentlichten Tätigkeitsbericht der PostReg wird die Quickmail AG das erste Mal als Marktführer bei den privaten Briefdienstleistern erwähnt.[5] In den folgenden Tätigkeitsberichten wurde diese Position jedes Jahr bestätigt.[6]

Per 1. März 2012 wurde das Zustellgeschäft der AWZ-Gruppe von der Direct Mail Company AG (DMC AG), einer Tochtergesellschaft der Schweizerischen Post, übernommen.[7] Damit endete die knapp zweijährige Kooperation der beiden privaten Anbieter. In den Folgejahren wurden aufgrund der Expansionsstrategie der Schweizerischen Post im Bereich der unadressierten Zustellung die Kooperationen mit der BVA Logistique AG[8] sowie der APZ AG [9] beendet und die Regionen eigenständig erschlossen. Seit Oktober 2014 besteht eine Partnerschaft mit dem Bureau d'adresses de Neuchâtel (BAN) für die adressierte Zustellung in den Kantonen Neuenburg und Jura.

Gemäss eigenen Angaben hat Quickmail im Jahr 2014 40.0 Millionen Sendungen zugestellt und hält einen Marktanteil von 1.5 Prozent an allen adressierten Briefen exklusive importierte Sendungen und Zeitungen.[10]

Dienstleistung Bearbeiten

Quickmail stellt einmal pro Woche adressierte Massensendungen für Geschäftskunden zu. Die Zustellung erfolgt immer an fest definierten Zustelltagen. Die physische Sortierung und die Identifizierung der durch Quickmail beförderten Sendungen erfolgt durch die Quickleitzahl. Diese enthält im Gegensatz zur Postleitzahl logistische Informationen über das Zustellgebiet und die Gangfolgenummer, andererseits ist sie auch eine Identnummer, mit der jede Sendung identifiziert und ihr Weg durch die Beförderungskette nachvollzogen werden kann. Damit ist ein für Massensendungen neuartiges indirektes Track & Trace möglich. Unzustellbare Sendungen werden ebenfalls anhand der Quickleitzahl elektronisch erfasst und den Kunden zur Verfügung gestellt.

Haushaltsabdeckung und Standorte Bearbeiten

Quickmail betreibt zusammen mit allen Partnern in der Schweiz insgesamt 14 Sortierzentren. Der Hauptsitz befindet sich in St. Gallen. Anfang 2016 erreichte Quickmail knapp 70 % aller Schweizer Haushalte und 82.6 % aller Haushalte in der Deutschschweiz. In der Deutschschweiz sollen nach abgeschlossenem Aufbau des Zustellnetzes 90 % aller Haushalte erreicht werden.

Briefmarken Bearbeiten

Die erste Briefmarke der Quickmail AG und damit auch eines privaten Postdienstleisters in der Schweiz erschien am 26. Mai 2011. Es handelt sich um eine Blockbriefmarke mit einer Wertangabe von 2.50 Franken und stellt ein Postwertzeichen im klassischen Sinne dar. Die Briefmarken werden abgestempelt und enthalten keine Codes. Am 27. Juni 2012 wurde die Briefmarkenserie Einheimische Schmetterlinge mit drei selbstklebenden Motiven herausgegeben. Kurze Zeit später eröffnete für private Sammler der Briefmarkenshop auf der Homepage des Unternehmens. Mit der Doppelbriefmarke Rendez-vous Bundesplatz erschien am 1. Oktober 2015 das zweite Mal überhaupt in der Schweiz eine nachtleuchtende Briefmarke. Anlass für die Herausgabe der Briefmarke war das Jubiläum der gleichnamigen Licht-und-Ton-Show. Die selbstklebenden Marken stellen die Nordfassade des Bundeshauses bei Tag und bei Nacht dar.

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Evaluation des Postgesetzes Private Briefpost droht mit Ausstieg aus dem Markt Neue Zürcher Zeitung, 2. Dezember 2015
  2. St. Galler Tagblatt: Quickmail ärgert die Post. 19. August 2009.
  3. PostCom: Postmarkt: Konzession für Quickmail AG. 22. September 2009.
  4. Der Bund: Berner Zusteller AWZ in den Startlöchern. 11. Juni 2010.
  5. PostCom: PostReg veröffentlicht Tätigkeitsbericht 2010. 20. Mai 2011.
  6. PostCom: Tätigkeitsberichte PostCom.
  7. Tages-Anzeiger: Post übernimmt Zustellgeschäft der AWZ-Gruppe. 24. Februar 2012.
  8. La Region Nord vaudois: BVA Distribution biffe cent dix postes. 1. April 2014.
  9. Klein Report: Post übernimmt Zustellfirma APZ Direct: 50 Stellen in Gefahr. 11. Oktober 2015.
  10. Quickmail (Schweiz): Quickmail befördert 15 % mehr Briefe und verstärkt Präsenz in der Westschweiz. 22. Januar 2015.
Dieser Artikel basiert bzw. Teile davon basieren auf „Quickmail_(Schweiz)“ in der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 19:59, 1. Mär. 2016‎ (Permanentlink) und steht unter der Lizenz cc-by-sa 3.0 unportedW. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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