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Luftraumüberwachung ist die Überwachung des FlugverkehrWs im LuftraumW in der Umgebung einer Region (Flughafen, Stadtgebiete) oder eines HoheitsgebietWs (militärische Luftraumüberwachung, LRÜ oder Air Policing).

Zivile Luftraumüberwachung Bearbeiten

HauptartikelFlugverkehrskontrolleW In Deutschland wird diese von den zugelassenen Unternehmen der Flugsicherung übernommen, in Österreich von Austro ControlW, in der Schweiz von Skyguide. Zentralkoordiniert in Europa wird dies von EUROCONTROLW. Für die zivile Luftraumüberwachung/Flugverkehrsführung in der Schweiz und Liechtenstein ist Skyguide verantwortlich. Skyguide ist zudem auch für den süddeutschen Raum, die französischen Alpen und einen Bereich des italienischen Luftraumes an der italienisch-französisch-schweizerischen Grenze zuständig.

Militärische Luftraumüberwachung Bearbeiten

In der Schweiz (inklusive Luftraum von Liechtenstein) wird die militärische Luftraumüberwachung auch Permanente Luftraumüberwachung (PLÜ) genannt. Diese wird ununterbrochen 24 h/365 Tage durch das FLORAKO-System sowie durch den IDO (Identifications Officer) und den TM (Track Monitor) sichergestellt und die Luftlage als Recognized Air Picture dargestellt und bewertet. Die Luftwaffe verfügt über mehrere Einsatzzentralen. In Friedenszeiten wird die Einsatzzentrale beim Militärflugplatz Dübendorf genutzt, die sich im selben Gebäude wie die zivile Flugverkehrsleitung der Skyguide befindet. Die Standorte der anderen Einsatzzentralen sind geheim. Die Einsatzzentralen gehören zur Einheit Einsatz Luftwaffe, der Chef Einsatz Luftwaffe untersteht direkt dem Kommandanten der Luftwaffe. Es bestehen von der Einsatzzentrale der Luftwaffe redundante Direktverbindungen zu den Notfallorganisationen (REGA, Polizei, Fedpol) sowie zu beiden Skyguide-Flugverkehrszentren (Genf und Zürich) sowie zu den militärischen und zivilen Flugverkehrsleitstellen der Nachbarländer, die für die angrenzenden Sektoren zuständig sind. Momentan wird der Luftraum zwar ununterbrochen überwacht, bewaffnete Interventionsmittel sind jedoch nur wochentags 08:00 - 18:00 Uhr (Lokalzeit) verfügbar. Nur bei Grossübungen, internationalen Konferenzen (WEF) oder Krisen (Libyen) sind 24-h-Interventionsmittel verfügbar. Dies wird als PLÜ+ (PLÜ PLUS) oder ILANA bezeichnet. . Es sind rund 100 zusätzliche Vollzeitstellen sowie bauliche Massnahmen auf zwei Militärflugplätzen (Militärflugplatz Emmen & Militärflugplatz Meiringen) sowie auf dem Flughafen Genf und Flughafen Zürich erforderlich. Der erste Schritt wurde im Januar 2016 getätigt: Während 50 Wochen stehen zwei bewaffnete F/A-18 auf QRA15 an Wochentagen von 8 bis 18 Uhr (Lokalzeit) bereit. Seit dem 2. Januar 2017 ist diese Präsenz auf 7 Tage pro Woche ausgebaut. Ab 2019 werden die Jets von 6 bis 22 Uhr jeden Tag im ganzen Jahr bereitstehen und Ende 2020 erfolgt dann der Ausbau auf 24 Stunden während 365 Tagen pro Jahr.[1] Vor dem FLORAKO-System wurde die militärische Luftraumüberwachung bis 2003 mit dem FLORIDA-Luftraumüberwachungssystem durchgeführt; das erste Luftraumüberwachungssystem der Schweizer Luftwaffe war das SFR-Luftraumüberwachungssystem.

Luftpolizeidienst Bearbeiten

Trotz der noch bestehenden fehlenden ununterbrochenen Verfügbarkeit von bewaffneten Kampfjets für das ganze Jahr führt die Schweizer Luftwaffe regelmäßig den Luftpolizeidienst durch. Der Luftpolizeidienst ist eine der komplexesten und anspruchsvollsten Aufgaben der Luftwaffe. Unbekannte Flugzeuge müssen kurzfristig und bei jeder Wetterlage ohne Fehlermarge identifiziert und nötigenfalls abgefangen werden können. Der Luftpolizeidienst wird täglich durchgeführt, ist jeweils ein Echteinsatz und zählt nicht zu den Übungen, die parallel (z. B. Luftkampfübungen) dazu stattfinden. Mit dem Luftpolizeidienst werden folgende Punkte gewährleistet: Kontrolle und Souveränität des Schweizer Luftraumes sowie die Sicherheit des gesamten Luftverkehrs. Die Luftwaffe erfüllt damit nicht nur die Aufgaben eines unabhängigen Staates (respektive mit Liechtenstein Staaten), sondern auch Aufgaben der zivilen Luftfahrt (BAZL und Skyguide). Den Luftpolizeidienst kann man in zwei Arten aufteilen:

Der Präventive Luftpolizeidienst (Live Mission) Bearbeiten

Hier werden Luftfahrzeuge von der Schweizer Luftwaffe abgefangen und visuell überprüft, es wird kontrolliert, ob das Luftfahrzeug den im Flugplan angegebenen Angaben entspricht (Typ, Immatrikulation, Betreiber) und ob auffällige Merkmale ersichtlich sind. Oder es wird Luftfahrzeugen gefolgt und beobachtet, ob der Pilot sich an die Flugverkehrsregeln hält (Sinkrate, Geschwindigkeit, dem Typ, Wetterverhältnissen etc. entsprechend).

Aktive Luftpolizeidienst-Interventionen (Hot Mission) Bearbeiten
  • Hilfe für zivile Flugzeuge, z. B. bei Navigationsproblemen und Funkpannen
  • „Sichtbar“ (eskortieren) machen eines Flugzeuges mit defektem Transponder für die zivile Flugsicherung
  • Peilen von Notsignalen mit Weiterleitung an Notfallorganisationen (z. B. REGA)
  • Identifikation von LuftraumverletzungWen wie unbewilligtem Einflug oder Abweichungen vom Flugplan
  • Eingreifen zur Verkehrssicherheit, wenn VFR-Flugzeuge in Luftstraßen oder die An- und Abflugkorridore der Flugplätze eindringen
  • Durchsetzen von Benutzungseinschränkungen des Luftraums (z. B. WEF, G8)
  • Überwachen des Luftraums bei Flugzeugentführungen
  • Bewältigung von Krisensituationen (z. B. Annäherung feindlicher/terroristischer Luftfahrzeuge an die Landesgrenze)

Die Schweizer Luftwaffe ist berechtigt, jederzeit ohne Rücksicht auf Typ, Nationalität etc. jedes Luftfahrzeug zu kontrollieren, das sich im schweizerischen (und Liechtensteiner) Luftraum befindet. Luftpolizeidienst-Interventionen dürfen nach Rücksprache mit der jeweiligen Luftwaffeneinsatzzentrale auch grenzüberschreitend sein. Durchschnittlich werden etwa 300 Luftpolizeimissionen pro Jahr geflogen; davon sind bis zu 50 aktive Luftpolizeidienst-Interventionen, Tendenz steigend. Die Luftwaffe führt regelmäßig auch Luftpolizeiübungseinsätze auf allen ihren eigenen Mitteln durch, um einen hohen Sicherheitsstandard zu gewährleisten. Mehrmals pro Jahr werden bi- und trinationale Luftpolizeiübungen mit allen Nachbarstaaten durchgeführt. Im Gegensatz zur deutschen Luftwaffe ist die Schweizer Luftwaffe befugt, bei akuter Gefährdung dritter durch ein Luftfahrzeug dieses auch in Friedenszeiten mit Waffengewalt zu stoppen. Der Abschussbefehl wird auf direktem Weg vom Verteidigungsminister oder dem Kommandanten der Luftwaffe via dem CAD (Chief Air Defence) mitgeteilt, wobei der Kampfjetpilot die letzte Entscheidungsgewalt zum Waffeneinsatz hat, da er als erster eine Eskalation oder Deeskalation beurteilen kann. Nach Aufrufen auf der internationalen Notfrequenz und den ICAOW-Standard-Kommunikationsmanöver setzt die Schweizer Luftwaffe als letzte Warnung vor einem möglichen Waffeneinsatz (sozusagen als „Schuss vor den BugW“) den Abschuss von gut sichtbaren FlaresW (Magnesiumleuchtfackeln) ein.


Air traffic rule violationBearbeiten

Eine Air traffic rule Violation ist eine Verletzung der Luftverkehrsregeln durch ein Luftfahrzeug. Wird bei so einer Verletzung das fehlbare Luftfahrzeug durch ein Mittel (Flugzeug, Helikopter) der Luftwaffe abgefangen zählt dies als Hot-Mission. Kommt kein Luftfahrzeug der Luftwaffe zum Einsatz und das Fehlverhalten wird nur durch die Towerlotsen auf den Flugplätzen und/oder durch die Luftraumüberwachung mittels Radarüberwachung festgestellt und dokumentiert handelt es sich um eine Air traffic rule Violation und nicht um eine Hot-Mission. Ob Hot-Mission oder Air traffic rule Violation hat keine unterschiedliche Konsequenz für den fehlbaren Pilot, entscheident ist die schwere des Vergehens nachdem das BAZL die Sanktionen festlegt.

Jahr Live Missionen Hot Missionen Bemerkung
2006 342 22[2]
2007 295 23 [3]
2008 308 23
2009 294 9
2010 246 22
2011 350 12
2012 207 10
2013 202 9
2014 277 15
2015 276 37 [4]
[5][6][7]

Weblinks Bearbeiten

Andere:

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. http://www.20min.ch/schweiz/news/story/Kampfjets-fliegen-naechstes-Jahr-bis-18-Uhr-20057467
  2. http://www.vtg.admin.ch/internet/vtg/de/home/themen/einsaetze/jahres-einsatzbilanzen/einsatzbilanz0.html
  3. http://www.vtg.admin.ch/internet/vtg/de/home/themen/einsaetze/jahres-einsatzbilanzen/jahresbilanz2007.html
  4. http://www.vtg.admin.ch/internet/vtg/de/home/themen/einsaetze/einsatzbilanz2015.html
  5. http://www.vtg.admin.ch/internet/vtg/de/home/themen/einsaetze/einsatzbilanz2014.html
  6. http://www.vtg.admin.ch/internet/vtg/de/home/themen/einsaetze/jahres-einsatzbilanzen/jahresbilanz2011.html
  7. http://www.vtg.admin.ch/internet/vtg/de/home/themen/einsaetze/jahres-einsatzbilanzen/jahresbilanz2009.html
Dieser Artikel basiert bzw. Teile davon basieren auf „Luftraumüberwachung“ in der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 05:18, 2. Mär. 2016 (Permanentlink) und steht unter der Lizenz cc-by-sa 3.0 unportedW. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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