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Jagdverbot im Kanton Genf

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Das Jagdverbot im Kanton Genf gilt für die Jagd auf Säugetiere und Vögel aufgrund der Volksabstimmung vom 19. Mai 1974 bis heute.[1][2] Das Wildtiermanagement wird von einer Kommission überwacht.[3] Es findet somit nur eine Verwaltungsjagd (Regiejagd) statt. Der Kanton Genf besitzt eine Fläche von 282,44 km² und 477'300 Einwohner (31. Dezember 2014). Zu Eingriffen in Form von Abschüssen kommt es derzeit nur im Bereich des Schwarzwilds.

Im Schweizer Jagdrecht liegt das Jagdregal in den Händen der Kantone. Bei der Volksabstimmung vom 19. Mai 1974 stimmten 69 % für ein absolutes Jagdverbot bei einer Beteiligung von 30 %.[3] 2005 wurde aufgrund eines Vorstosses aus der Jägerschaft eine Volksabstimmung zur Wiedereinführung der Jagd in gemässigter Form angestossen, bei der sich 90 % der Wähler sich für ein Beibehalten des Jagdverbots aussprachen.[3] 2009 wurde im Kantonsparlament der Antrag einer Wiedereinführung der Jagd 70:7 Stimmen abgelehnt.[3]

Zu den Massnahmen zur Schadensprävention durch Wild zählen Elektrozäune gegen Schwarzwild und Geräte, die Alarmtöne ausstossen, wenn sich Rehe nähern. Für Enten, Tauben, Krähen, Dachse, Füchse, Hasen und Rehe sind derzeit keine Massnahmen vorgesehen. Pro Jahr werden etwa 150 Wildschweine geschossen, hierbei werden kleine Futtermengen an Kirrplätzen zum Anlocken verwendet; grose Eber oder führende Bachen werden verschont.[3] Die Rehpopulation ist auf 10 bis 15 Tiere pro km² Wald angewachsen. Beim Rotwild verzeichnet man eine Zuwanderung aus Frankreich seit 2000 und eine Dichte von mittlerweile 2 bis 3 Tiere pro km². Beim Schwarzwild besteht eine Dichte von 2 bis 5 Tieren pro km². Laut Gottlieb Dandliker, Faunainspektor, gab es eine positive Entwicklung für die Tierwelt durch das Jagdverbot.[3]

Eric Schweizer, Präsident des Genfer Jägerverbands „La St Hubert“, kritisierte hingegen die Verwaltungsjagd im Kanton scharf. So sei der Bestand des Rebhuhns stark zurückgegangen und das Kaninchen ausgerottet worden. Schweizer berichtete, {{"|Staatlich bezahlte Wildhüter aber auch ‚genehmigte Private‘ haben von 1974 bis heute mehr als 31.000 diverse Vögel – Wildtauben, Enten, Stare, Rabenvögel und sogar Reiher – sowie tausende Säugetiere – Kaninchen, Hasen, Wildschweine, räudige Füchse, und in den letzten Jahren auch Rehe – abgeschossen.[4]

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Tierschützer blasen zur Jagd auf die neue Genfer Verfassung in Neue Zürcher Zeitung vom 4. Oktober 2012
  2. Genf ist mit seinem Jagdverbot zufrieden auf SRF.ch vom 1. Oktober 2013
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 Martin Balluch: 40 Jahre Jagdverbot im Kanton Genf – eine Bestandsaufnahme. 10. Dezember 2015
  4. Jagdverbot in Genf ist Heuchelei anstatt Vorbild auf www.topagrar.com vom 26. Februar 2014

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