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Berninapass
BerninapasshöheSee

Ospizio Bernina und Lagh da la Cruseta

Himmelsrichtung Nord Süd
PasshöheW 2'328 m ü. M.
Kanton Graubünden
Wasserscheide BerninabachInnDonau Aqua da PilaPoschiavinoAddaPo
Talorte Samedan Poschiavo
Ausbau Strasse und Bahn
Erbaut 1842 - 1865
Sperre ganzjährig offen
Profil
Ø-Steigung 3.0 % (600 m / 20 km) 7.5 % (1278 m / 17 km)
Max. Steigung 10 %
Profil Berninapass
Karte
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KoordinatenW 799097 / 143402Earth46.412410.02852328Koordinaten: 46° 24′ 45″ N, 10° 1′ 43″ O; CH1903: 799097 / 143402

Der Berninapass (ital. Passo del Bernina) ist ein Alpenpass im Schweizer Kanton Graubünden. Mit einer Scheitelhöhe von 2328 m verbindet er das Engadin im Norden mit dem Puschlav und dem italienWischen VeltlinW im Süden. Die Luftdistanz zu den Passfussorten beträgt 13 km bis Pontresina (auf 1805 m gelegen), aber nur 8 km bis San Carlo di Poschiavo (1093 m).

Es sind zwei Passhöhen zu unterscheiden: auf einer Höhe von 2240 m liegt, ohne eigenen Namen, die WasserscheideW zwischen dem Schwarzen MeerW und der AdriaW, zwischen den beiden Seen Lej Nair, der nach Norden abfliesst und zum EinzugsgebietW des Inn gehört, sowie dem Lago Bianco, der zum Einzugsgebiet des PoW gehört. Hier verläuft auch die Grenze zwischen rätoromanischem und italienischemW Sprachgebiet. Von hier aus in südlicher Richtung ist über das Val da Pila auf der sogenannten Bernina-Westroute der Abstieg nach San Carlo di Poschiavo über Cavaglia möglich, diese Strecke wird von der Berninabahn genutzt. Die gemeinhin als Berninapass bezeichnete Passhöhe liegt noch einmal 90 Meter höher und überwindet den Höhenzug zwischen dem Val da Pila und dem Val Laguné. Nicht weit westlich von seiner Passhöhe findet man das Hospiz (Berggasthaus) Ospizio Bernina und den Lagh da la Cruseta. Die Strecke über diese Passhöhe wird als die Bernina-Ostroute bezeichnet.

Geschichte Bearbeiten

Vorgeschichte Bearbeiten

Der Bernina stellt eine jahrtausendealte Verbindung der ebenfalls jahrtausendealten Kulturlandschaften des oberen Engadins um St. Moritz mit dem VeltlinW dar. So wurden nicht nur in St. Moritz zahlreiche Funde gemacht, die bis in die Bronzezeit datieren, sondern auch auf der anderen Seite des Berninas im Veltlin. Unter anderen fand man bei Teglio, dem römischen TilliumW, welches wahrscheinlich dem Veltlin, dem Val Tillium, seinen Namen gab, zahlreiche steinzeitliche MenhirWe mit rätselhaften Ritzzeichnungen, wie man sie in grossen Teilen Europas fand. Aus solchen Funden kann geschlossen werden, dass es schon in vorhistorischer Zeit einen Passverkehr über den Bernina gab, der in römischer Zeit auch noch anwuchs. Dennoch gehörte der Bernina nie so recht zu den wichtigen Pässen. Der Aufstieg begann erst im hohen Mittelalter, im späten Mittelalter errang der Pass tatsächlich eine gewisse Bedeutung für den Handel. Dennoch stand der Bernina immer im Schatten benachbarter Pässe wie des Malojas oder Ofenpasses.[1]

Neuzeit Bearbeiten

Berninapass 1877 Siegfriedkarte

Topographischer Atlas der Schweiz, 1877

Der Pass bildet die einzige wirklich gut brauchbare Verbindung[2] und somit die Hauptverkehrsader zwischen Engadin und Veltlin. Gegenüber Septimer und Splügen durch die periphere Lage im Nachteil, führte über den Bernina zu keiner Zeit eine alpenquerende Transitroute von europäischer Bedeutung. Für den Wegunterhalt waren die Gemeinden verantwortlich; die PortenW (Transportgenossenschaften) spielten eine eher untergeordnete Rolle. Die topographisch günstige Regionalverbindung wurde wichtiger, als die Drei Bünde 1512 das Veltlin eroberten und damit die Republik VenedigW als Grenznachbarn gewannen. Um 1550 richtete Frankreich einen ständigen KurierdienstW zwischen LyonW und Venedig über die Pässe Albula, Bernina und Aprica ein.

Streng genommen handelt es sich beim Berninapass um zwei parallel verlaufende Wege, die südseits ins Val Laguné beziehungsweise in den Talkessel von Cavaglia führen; Armon Planta nennt sie kurz Bernina-Ost und Bernina-West. Welche Route bevorzugt wurde, wechselte im Lauf der Zeit mehrfach, auch abhängig von Jahreszeit, Schneelage und aktuellem Zustand der Wege. Die insgesamt kürzere Westroute verläuft auf einer längeren Strecke oberhalb der Waldgrenze und ist deshalb stärker durch Lawinen und Schneeverwehungen gefährdet. Urkunden belegen Ausbauten der Westroute 1552, der Ostroute 1645. Nachdem sich 1729 und 1779 schwere Lawinenunglücke ereignet hatten, wurde es verboten, die Westroute im Winter zu benutzen. Als wichtigste Transportgüter wurden zu Zeiten des SaumverkehrsW Wein und Korn nach Norden befördert, Vieh und Käse nach Süden. Eine historische Säumerstation ist der Weiler La Rösa auf der Südseite des Passes.

Beim 1842 begonnenen Bau der Fahrstrasse entschied man sich für Bernina-Ost; die Ingenieur-Arbeiten machte Rudolf Albertini (1821–1896) von Zuoz. Im Jahr 1865 wurden die Arbeiten abgeschlossen und auch das auf 2307 m knapp westlich des Scheitelpunktes gelegene Hospiz eröffnet. Die seither mehrfach verbreiterte Strasse wird seit 1965 ganzjährig offen gehalten, obwohl auf dem Pass während etwa acht Monaten im Jahr Schnee liegt. Damit ist der Berninapass einer der höchsten ganzjährig offenen Pässe der Alpen.

Berninabahn und Seilbahnen Bearbeiten

Die in ersten Teilabschnitten 1908 eröffnete, von Beginn an elektrisch betriebene meterspurige Berninabahn überquert den Pass seit 1910, seit 1913 auch im Winter. Die mit Blick auf gute touristische Erschliessung der landschaftlichen Schönheiten angelegte Linie folgt weitgehend der Route Bernina-West. Mit ihrer bei der Station Ospizio Bernina erreichten Scheitelhöhe von 2253 m gilt sie als höchste Alpentransversale. Zur Nutzung der Wasserkraft wurden am Nord- und am Südende des Lago Bianco Staumauern errichtet. Der nutzbare Inhalt des Stausees beträgt etwa 18 Millionen Kubikmeter.

Seit 1956 erschliesst die LuftseilbahnW Bernina-Diavolezza ein Gletscherskigebiet am Munt Pers auf der Nordseite des Passes; sie wurde 1980 erneuert. Seit 1963 führt eine Seilbahn auf den Piz Lagalb.

Literatur Bearbeiten

  • Armon Planta: Verkehrswege im alten Rätien. Band 1, Verlag Bündner Monatsblatt, Chur 1990, ISBN 3-905241-11-0.

Weblinks Bearbeiten

Commons-logo.svg Commons: Berninapass – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen Bearbeiten

  1.  Steffan Bruns: Alpenpässe – Geschichte der alpinen Passübergänge. Vom Inn zum Gardasee. Band 3, S. 33. L. Staackmann Verlag KG, München 2010, ISBN 978-3-88675-273-7.
  2. Heinrich Gutersohn: Geographie der Schweiz. Kümmerly & Frey, Bern 1958–1969.
Dieser Artikel basiert bzw. Teile davon basieren auf „Berninapass“ in der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 18:32, 7. Sep. 2015‎ (Permanentlink) und steht unter der Lizenz cc-by-sa 3.0 unportedW. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.



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